Camp Pain 2007: Zu Besuch in der Heimat des Muay Thai

„Wie fahren nach Thailand zum Trainieren!“ – Während diese Aussage unseren Cheftrainer Roland völlig kalt ließ, brachte die Aussicht auf einen zweiwöchigen Trainingsurlaub in der Heimat des Muay Thai die Gemüter aller anderen Mitreisenden (nametlich Bettina, Anna, Christian, Alex, Dino, Holger, Andy, Oli und Marco) bereits vor Reisebeginn zum Kochen. Und so standen am Samstag, dem 03.03.07, 10 reisewütige Vertreter des Banzai Ulm mit akurat gepackten Köfferchen und mehr oder minder ausreichender Kapazität für in Thailand zu kaufende Ausrüstung und Utensilien am Ulmer Bahnhof. Unter der Leitung des Chefdomteurs Roland machte sich die Truppe auf den Weg. Bereits in den ersten Minuten machte Roland vor allem eins klar: wer auch nur ansatzweise versuchen sollte, ihm als Tourguide, Chefdomteur, Gruppenanimateur und „Ich-bin-einfach-der Chef“ ins Wort zu fallen, würde gnadenlos abgestraft. Selbst Holger hatte das nach dem zweiten Anlauf kapiert.

Der rund 11-stündige Flug gestaltete sich für die Beteiligten recht unterschiedlich. Während sich „El Docteur“ recht zeitnah durch ein paar Wunderpillen ins Traumland katapultierte, verbrachten andere Ihre Zeit mit Büchern (z.B. Christian – sage und schreibe 10 Bücher in 14 Tagen), dem On-Board-Video-Programm (Dino), dem Ausschauhalten nach weiblichen Mit-Fluggästen (Alex) und dem Online-Monitoring des stetig zunehmenden Knöchelumfangs (Bettina).

Kaum in Bangkok angekommen, waren die Strapazen des Flug sofort vergessen und ein Großteil der Truppe kompensierte das Schlafdefizit durch ausschweifende Einkaufsorgien. In Bangkok gibt es einfach alles – und das echt günstig. Vom Designer-Handtäschchen bis zur Herren-Uhr konnten wir fast alles ergattern – ganz zu Schweigen vom ganzen Box-Equipment. Ein wichtiger Tipp für alle zukünftigen Thailand-Reisenden: beim Kofferpacken auf ausreichend Kapazität für die Einkäufe achten. Aber auch die Kultur kam nicht zu kurz und trotz des immensen Beschaffungsdrangs etlicher Reiseteilnehmer, hat es das Team geschafft, im Herzen Bangkoks zu trainieren und sich einige Tempel anzuschauen.

Und wenn man schon mal in der Heimat des Muay Thai zu Besuch ist, sollte man es sich natürlich nicht nehmen lassen, sich auch Kämpfe in den großen Kampfarenen anzusehen. Und natürlich hat die Truppe die Gelegenheit nicht ungenutzt gelassen und war im Lumpinee Stadium sowie im Rajadamnern Stadium. Was es da an Muay Thai zu sehen gab, ließ das Herz eines jeden Thai-Box-Fans höher schlagen – von der Eleganz und Geschwindigkeit mit der die thailändischen Kämpfer ihren Sport zelebrieren, können wir als Europäer nur träumen. Bei diesem Anblick wird einem einfach klar, dass man in Thailand Muay Thai mit der Muttermilch aufsaugt, während wir in Deutschland wohl einen Stock verschlucken zu scheinen.

Nach 2,5 wirklich anstrengenden und stressigen Tagen ging es dann weiter nach Koh Samui, dem Hauptziel unserer Reise. Nachdem die freundliche Dame am Lufthansa-Schalter mit den Worten „Aha, Lamai, das El Arenal Thailands“ empfangen hatte, schwahnte uns nichts Gutes was den Stressfaktor anging. Aber Roland konnte uns mit der Aussicht auf wirklich 10 erholsame Tage beruhigen. Und er behielt recht: in Lamai begann für uns der ruhige Teil der Reise (mal ganz abgesehen vom Training). Wir waren im netten Weekender-Hotel in Lamai untergebracht und mit wenigen Schritten am wunderschönen Sandstrand. Angesichts dieser positiven Aussichten ließ es sich natürlich keiner der Truppe nehmen, sich gleich am ersten Tag mit vollem Elan ins Training zu stürzen. Unsere ersten Trainingseinheiten haben wir im WMC Camp in Lamai absolviert. Trainiert wurde zweimal täglich. Morgens von 10:00 bis 11:00 Uhr und abends nochmals von 17:00 Uhr bis 18:30 Uhr. Wer jetzt mutmaßt, dass die Truppe ansonsten das Nachtleben ausschweifend genossen hätte, liegt völlig falsch. Nach diesem Trainingspensum war keinem mehr groß nach Party zu Mute und so endeten die Abende meist unspektakulär mit einem jedes Mal vorzüglichen Abendessen, nach dem alle meist komatös ins Bett fielen, um im Schlaf die eine andere kleinere Blessur auszukurieren.

Zwischen den Trainingseinheiten blieb aber auch noch ein wenig Zeit, um den Strand und das Meer zu geniessen sowie die verschiedenen Nuancen des thailändischen Essens (von soft bis echt really-really-very-hot) zu studieren. Größte Beliebtheit erfreute sich dabei vor allem das gemeinsame mehr oder minder erfolgreiche Kreuzworträtsel lösen, dass oft dazu verhalf den Adrenalinspiegel der jeweils Beteiligten bis zur nächsten Trainingseinheit auf hohem Niveau stabil zu halten. Letzte Diskussionen bezüglich der verschiedenen Lösungsansätze wurden dann kurzerhand im allabendlichen Sparring fortgeführt.

Nachdem das Trainingsniveau im WMC Camp aufgrund des großen Andrangs stetig abnahm, hatten wir unser Training ab dem dritten Tag ins Thaipinyo Boxing Camp zwischen Lamai und Chaweng verlagert. Das war eine echte Bereicherung. Die Trainer im Thaipinyo haben sich für jeden einzelnen viel Zeit genommen. Die Atmosphäre war einfach phantastisch, und wirklich jeder konnte sich individuell verbessern. Und so sind wir bis zum Ende unserer Reise dem Thaipinyo treu geblieben – für nächstes Jahr ins bereits das nächste Camp-Pain geplant und natürlich werden wir wieder im Thaipinyo trainieren.

Wer beim nächsten Camp Pain dabei sein möchte, soll einfach regelmäßig auf unserer Homepage vorbeischauen. Wir werden rechtzeitig über die Planungen zum nächsten Camp Pain berichten.

Bilder vom Camp Pain 2007 gibt es hier in unserer Bildergalerie.