29.09.2007 – FIGHTING CANCER: Thai-Box-Gala zugunsten der Deutschen Krebshilfe im Roxy Ulm

Am Samstag, den 29.09.2007, fand mit „FIGHTING CANCER“ die erste Muay Thai-Profigala vom Banzai Ulm um den BANZAI CUP 2007 im Ulmer Roxy statt. Unter der Schirmherrschaft Ulmer Ärzte hat das Banzai Ulm die Benefizveranstaltung zugunsten der Deutschen Krebshilfe e.V. ausgerichtet. Mit mehr als 500 Zuschauern war das Ulmer Roxy bis auf den letzten Rang besetzt und das Publikum bekam hervorragende Kämpfe in toller Atmosphäre geboten. Die Fightcard für den Abend las sich wie ein Auszug aus dem Who’s Who des Muay Thai Bund Deutschlands.

Obwohl aufgrund verletzungsbedingter Ausfälle von Kämpfern und staubedingter Verzögerungen bei der Anreise die Kampfliste bis zur letzten Minute ständig im Fluss war, konnte die Veranstaltung punktgenau um 18:00 Uhr beginnen. Nach einem kurzen Willkommensgruß durch Cheftrainer Roland und einigen einführenden Worten der Ärzte, die die Schirmherrschaft für diese Veranstaltung übernommen hatten, wurden auch schon die ersten Kämpfer in den Ring gerufen. Die Spannung der Zuschauer im Ulmer Roxy war angesichts dessen, was sie nun erwarten würde, deutlich zu spüren – alle Augen waren auf den Ring gerichtet, als Michael Jung vom Bama Fight Club Bingen und Martin Kröger vom Sudai Gym Rosenheim für den Eröffnungskampf in den Ring gerufen wurden.

Michael Jung und Martin Kröger machten dem Publikum schnell klar, dass es an diesem Abend keine gestellten Schaukämpfe zu sehen bekommen würde, sondern Thai-Boxen auf höchsten Niveau. Beide Kämpfer nahmen den Kampf beherzt an und gingen mutig an den Kampf heran. Über weite Strecken war der Kampf ausgeglichen, bis sich letztlich Martin Kröger durch KO in der 3. Runde den Sieg sichern konnte. Sehr auffallend war das extrem hohe technische Niveau beider Kämpfer trotz ihrer erst jungen Kämpferkarrieren.

Im zweiten Kampf des Abends – zwischen Angelo Ruth aus Langenselbold und Enis Podvorica aus Trier – bekam das Publikum richtig was zu sehen. Nachdem der junge Langenselbolder den durchaus erfahreneren Trierer in der ersten Runde völlig unerwartet auf die Bretter schicke, wusste dieser, dass er ab sofort einiges aufzuholen hatte. Er deckte Angelo mit einem Feuerwerk von Fäusten und Kicks ein, doch dieser wehrte sich furchtlos. Letztlich konnte sich Enis Podvorica vom Charokee Gym in Trier aufgrund der Vielzahl von Wirkungstreffern doch den Sieg nach Punkten sichern.

Mit Simon Fiess vom Bujin Gym Backnang hatte sich Tim Neufert vom Bujin Gym Essen einem Kämpfer gestellt, der in der Vergangenheit durch seine fulminante Siegesserie Furore gemacht hatte. Allein die Tatsache, dass sich Tim Neuffert dieser Aufgabe stellte, verdient Respekt – und er hat es dem Deutschen Meister aus Backnang nicht leicht gemacht. Trotz dessen Reichweitenvorteils hielt Neuffert dagegen und konnte seinerseits einige sehr gute Treffer landen. Von Angst vor dem vermeintlichen Favoriten war da nichts zu sehen. Vielmehr versuchte der Essener immer wieder, seinerseits zu punkten, was ihm auch oft gelang. Letztlich überwogen aber dennoch die Aktionen von Simon Fiess und er konnte den Kampf mit 3:0 Punktrichterstimmen für sich entscheiden.

Im vierten Kampf des Abends standen sich die ersten beiden Viertelfinalisten um den BANZAI CUP 2007 gegenüber: Sven Amend vom No Fear Gym Langenselbold und Panzu „Mo“ Mukongo, der erst kürzlich zum Banzai Ulm gewechselt ist. In diesem Kampf, der primär auf 3 Runden angesetzt war, schenkten sich die Kontrahenten nichts. Beide Kämpfer brachten den jeweiligen Gegner mehrfach in Bedrängnis und nach 3 Runden kam das Kampfgericht zu dem Ergebnis „unentschieden“. Die Kontrahenten mussten in die 4 Runde. Erst zum Schluss der vierten Runde ging Sven Amend nach einer harten Kombination von Mo auf die Bretter und Ringrichter Stefan Feldmeier brach den Kampf ab. Mo stand somit als erster Finalist um den Turniersieg fest.

Im zweiten Viertelfinale standen sich Steffen Dieterle vom Gravity Gym Kirchheim und Waldemar Wiebe vom Bodyguard Bergneustadt gegenüber. Hier ging es von Anfang an gleich zur Sache – kein Abtasten, sondern mit dem Gong zur ersten Runde begannen beide Kontrahenten kämpferisch. Über weite Strecken des Kampfes war für das Publikum kein eindeutiger Sieger festzumachen. Letztlich entschied sich das Kampfgericht mit 2:1 Punkten für Waldemar Wiebe, der dadurch als zweiter Finalist um den Turniersieg fest stand.

Der sechsten Kampf des Abends, zwischen Michael Kitzing vom Bama Fight Club Bingen und Constantin Braun vom Sudai Gym Rosenheim, nahm ein frühes Ende. Nachdem beide Kämpfer das Duell engagiert begonnen hatten und sich gegenseitig mit harten Kombinationen eindeckten, konnte Michael Kitzing bereits in der ersten Runde die Deckung des Rosenheimers nachhaltig durchbrechen und schickte diese auf die Bretter. Kampfrichterin Jenny Reiter brach den Kampf ab, nachdem Constantin Braun sichtlich angeschlagen war.

Nach der Pause standen sich im siebten Kampf mit Darek Obloj vom Narong Gym Iserlohn und Anton Frischbutter vom Charokee Gym Trier zwei Kämpfer im Ring, die auch von Ulmer Kämpfer wegen ihrer technischen Stärke und Kampfkraft geschätzt werden. Die beiden lieferten sich einen harten Kampf, bei dem es Anton aber immer wieder gelang, durch taktischen Geschick und wunderschöne Kombinationen zu punkten. Diesen Punktevorsprung sahen auch die Punktrichter so und werteten den Kampf mit 3:0 Richterstimmen für Anton Frischbutter.

Der Kampf zwischen Valdet Gashi vom Thaibox-Club Singen und Maxim Fedorkov vom Bujin Gym Essen war aus sportlicher Sicht sicherlich eines der Hightlights des Abends. Schon beim Whai Kru wurde dem Publikum klar, dass man nun etwas ganz besonderes zu sehen bekäme. Was die beiden Kämpfer in der Klasse bis 63,55kg dem Publikum dort an technischer Vielfalt boten, war eine Sensation. Selbst Mae Mai- und Look Mai-Techniken zeigten die beiden Kontrahenten in ihrem Duell. Der Kampf war spektakulär anzusehen und demonstrierte dem Publikum eindrücklich, was Muay Thai auf höchsten Niveau ist: ein technisch ausgefeilter, ansehnlicher und vielfältiger Hochleistungssport. Das absolut hochkarätige Duell konnte der Singener Valdet Gashi mit 2:1 Stimmen für sich entscheiden.

Den neunten Kampf des Abends bestritten Aleksandar Sakotic vom Bama Fight Club Mainz und Kai Gomolla vom Sudai Gym Rosenheim. Die beiden Kämpfer in der Klasse -76kg lieferten sich ein äußerst hartes Gefecht, wobei beide Kämpfer gleichermaßen durch ihre boxerischen Fähigkeiten und hervorrangende Kicks glänzten. Im Verlauf des gesamten Kampfes gelang es jedoch Aleksandar Sakotic immer wieder, sich einen Punktevorsprung zu erarbeiten und dadurch letztlich einen 3:0 Punktesieg zu erringen.

Im Superfight des Abends standen sich die beiden A-Klasse Kämpfer Priest Tyron West von den Thai-Bombs Mannheim und Vlajko Perovic vom Bujin Gym Backnang gegenüber. Die beiden erfahrenen Kämpfer mit Ihrer eindrücklichen Kampfbilanz (West: mehrfacher WM-Dritter, mehrfacher Deutscher Meister, Europameister und Perovic: amtierender Weltmeister im Shidokan) zeigten keinesfalls einen Schaukampf, sondern lieferten sich ein erbittertes Gefecht über 5 Runden. West attackierte Perovic mit seinen gefürchteten Low-Kicks, so dass der Oberschenkel des Backnangers bereits nach der ersten Runde deutlich gezeichnet war. Perovic seinerseits verstand es ein ums andere Mal die Deckung des Mannheimers zu durchbrechen und diesen zu treffen. West gelang es jedoch über weite Strecken des Kampfs Perovic auf Distanz zu halten. Letztlich konnte sich der Mannheimer mit 3:0 Punktrichterstimmen den Sieg in diesem harten Kampf zu sichern.

Den elften Kampf des Abends bestritten Artur Ciemela vom Narong Gym Iserlohn und Berat Aliu vom Charokee Gym Trier. Die beiden Kämpfer in der Klasse -76kg begannen einen beherzten Kampf, der leider aufgrund einer Verletzung von Artur bereits in der ersten Runde abgebrochen werden musste. Nach einer Verletzung am rechten Kniegelenk konnte der Iserlohner das Duell nicht fortsetzen. Nach einer ersten ärztlichen Untersuchung ist jedoch zu hoffen, dass es sich um keine schwerwiegendere Verletzung handelt und Artur bald wieder das Training aufnehmen kann.

Zum Abschluss der Gala kam es zum mit Spannung erwarteten Finale um den BANZAI CUP 2007 zwischen Panzu „Mo“ Mukongo vom Banzai Ulm und Waldemar Wiebe vom Bodyguard Bergneustadt. Trotzdem beide Kämpfer bereits jeweils das Halbfinale hinter sich hatten, war von Müdigkeit keine Spur. Die Kontrahenten waren auf den Punkt genau voll da und begannen sich in einem sehenswerten Finale aufs erbitterste zu bekämpfen. Runde um Runde schleuderten sie sich Fäuste und Kicks entgegen und kämpften erbarmungslos um den Sieg. Nach 3 Runden war das Duell aus Sicht der Punktrichter noch nicht entschieden – das Urteil lautete „unentschieden“ und die Kämpfer mussten für eine weitere Runde in den Ring. Trotz der schon anstrengenden Runden und der Kräfte zehrenden Halbfinale mobilisierten die beiden Kämpfer für die vierte Runde nochmals alle Reserven und lieferten sich ein hartes Gefecht. Mo konnte mehrmals ein gesprungenes Knie am Kopf von Waldemar Wiebe landen und dieser fand letztlich kein probates Mittel um den Wahl-Ulmer in Bedrängnis zu bringen. Letztlich entschieden die Punktrichter das Duell mit 3:0 Punktrichterstimmen für Panzu „Mo“ Mukongo, der damit den Sieg um den BANZAI CUP 2007 erringen konnte.

Der größte Gewinner der Thai-Box-Gala im Ulmer Roxy dürfte allerdings die Deutsche Krebshilfe sein. Der Reinerlös der Veranstaltung und somit die Spende an die Deutsche Krebshilfe beträgt 4.000 Euro!

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